Autor: Béatrix Rautenberg

Einladung zu „Papier et Poésie“

 «On ne peut trouver de poésie nulle part, quand on n’en porte pas en soi.» „Man kann Poesie nirgendwo finden, wenn man sie nicht in sich trägt.“ – Joseph Joubert, De la poésie, XLV- (1866) Was verbindet meine farbverliebten Photographien und Bilder mit den meist weißen Papierwelten von Anja Shahinniya? Wir finden, es ist das Poetische und unsere gemeinsame Liebe zu schönem Papier… eben einfach „Papier et Poésie“. Außerdem mögen wir es gerne nostalgisch und es darf auch immer ein wenig französischer Charme dabei sein… Vom 24.06. bis zum 26.06.2016 laden wir dich herzlich zu unserer Ausstellung in mein Ladenatelier „LA CRÉMERIE“ ein, um gemeinsam auf die poetischen Seiten unseres Lebens und unserer Träume anzustoßen! Herzliche Grüße Béatrix Rautenberg Frei, 24.6. (Vernissage) 17:00 – 20:00 Uhr Sa, 25.6. 11:00 – 17:00 Uhr So, 26.6. 15:00 – 19:00 Uhr Ladenatelier La Crémerie, Zaubzerstr. 1, 81677 München (U4 Prinzregentenplatz)

Vive la liberté

Dieses Gefühl begleitet mich schon seit Jahrzehnten: Ich bin irgendwie nicht richtig. Mein Blick betrachtet mich selbst von außen und bewertet und vergleicht. Wie siehst du aus, was redest du, wie verhältst du dich, was hast du zu bieten? Auch wenn diese Selbstzweifel im Laufe der Jahre weniger geworden sind, so ist es doch immer noch so, dass es Bereiche gibt, in denen ich mich besonders nach Anerkennung und Akzeptanz sehne. Einer davon ist sicherlich meine Kunst. Darf ich das überhaupt so nennen, ist das Kunst? So fangen meine Stimmen in mir an zu sprechen. Und doch, seit einiger Zeit merke ich besonders deutlich, dass mich das nicht weiterbringt und ich meinen Weg einfach nur für mich in die Richtung weitergehen möchte, in die es mich gerade lenkt. Ich gestalte Bilder nicht, um auf Facebook Likes zu bekommen und sie laufen auch nicht einem kommerziellen Erfolg hinterher. Meine Bilder entstehen von Innen heraus und nach einer längeren Phase des Stillstandes suche ich neue Wege. Daraus erwachsen gerade Mixed-Media-Photographien, die esoterisch, vielleicht kitschig wirken können. Die …

Zwei Lebensweisheiten, die ich von Matisse gelernt habe

Seit meiner Jugend liebe ich die Arbeiten von Matisse. Es waren vor allem die farbenfrohen “gouaches découpées”, seine Scherenschnitte aus eingefärbtem Papier, die mich unmittelbar berührten. Als ich dann nach dem Abitur mit einer Freundin nach Vence reiste, konnte ich sogar in der Villa übernachten, in der Matisse in den Kriegsjahren unweit von Nizza gelebt hatte. Ich ahnte in diesem Urlaub, was ihn an Südfrankreich begeistert hatte: das besondere Licht, das milde Klima, die Farben und Düfte der Provence. Anlässlich des PhotoZen-Onlinekurses habe ich mich im letzten Jahr noch einmal intensiver mit Matisse beschäftigt und war wieder fasziniert von der inspirierenden Lebensgeschichte des Künstlers. Wer weiß, wozu es gut ist? Matisse verbrachte in einer späteren Lebensphase einen längeren Aufenthalt auf Tahiti. Die Zeit dort auf der Insel empfand er als unproduktiv. Erst Jahre danach beeinflusste seine Reise in die Südsee auf grandiose Weise sein Werk, als die Formen und Farben Polynesiens in seine organischen Scherenschnitte einflossen. Für mich zeigt dies, dass man nicht immer aus allem gleich “etwas machen” muss. Alle Erfahrungen, die wir sammeln, können …

Wann warst du wirklich lebendig?

Als mein Sohn anderthalb Jahre alt war, besuchte ich das erste Mal seit seiner Geburt einen Kurs. Zwei Tage Papierschöpfen im ÖBZ in München, das war für mich ein Ereignis, denn bis dahin hatte ich meinen Kleinen immer nur kurz mit seinem Papa allein gelassen. Dieses Wochenende bleibt für mich unvergesslich: Es war Herbst, die Sonne schien und der Kurs fand größtenteils an der frischen Luft auf dem schönen ÖBZ-Gelände statt. Ich lernte etwas völlig Neues und konnte ganz frei herumexperimentieren. An beiden Abenden nach dem Workshop war ich wie euphorisch: Ich fühlte mich so lebendig und glücklich wie schon lange nicht mehr. Was ist es, was dich lebendig fühlen lässt? Ist es der Sport, die Musik, der Tanz, das Fahrradfahren, die Gartenarbeit, die Photographie? An welches Ereignis, welchen Moment, kannst du dich erinnern, an dem du dich in deinem Leben wirklich glücklich gefühlt hast, völlig im Flow warst? Wir alle neigen dazu, im Alltag festzustecken und zu vergessen, was uns wirklich gut tut. Doch diese besonderen Momente sind nicht von unserer Festplatte zu löschen und manchmal …

Die zwei besten Freunde der Kreativität

Vor kurzem war ich ein ganzes Wochenende lang allein – ohne Familie und Freunde. Ich habe nichts Besonderes unternommen, bin sogar kaum vor die Tür gegangen und habe diese drei Tage wahnsinnig genossen. Sie haben mir gegeben, was ich so dringend nötig hatte: Zeit und Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten. Zeitmangel und Angst sind die größten Feinde der Kreativität, auch wenn manch einer etwas anderes behauptet. Natürlich gibt es geniale Einfälle, die unter großem (Zeit)Druck entstehen. Doch nur mit genügend Zeit und Vertrauen kann man überhaupt kreativ werden. Eine Idee wächst oft langsam, setzt sich aus den unterschiedlichsten Bausteinen zusammen und dann braucht es das nötige Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, um sie wirklich umzusetzen. „Courage is: Feeling the fear, diving in anyway, transforming.“ – Kate Swoboda Während meines Retreats konnte ich drei Tage lang in meinem eigenen Rhythmus arbeiten, ausruhen, essen und schlafen. In dieser Zeit wollte ich Klarheit darüber gewinnen, in welche Richtung ich weitergehen möchte. Daher habe ich mir meine Inspirationsboards (teilweise auch über Pinterest) zusammengestellt und vieles davon einfach an eine Wand in meinem Arbeitszimmer geklebt. Vor allem …

Wir klingt der Sound deines Lebens?

Musik? Was soll denn das jetzt? Hier geht es doch eigentlich um Kunst und Photographie? Ja, das stimmt, aber ohne Musik würde beides bei mir wahrscheinlich ganz anders aussehen… Musik begleitet mich von klein auf durch mein Leben: Mit meiner Schwester habe ich stundenlang gesungen, ich war im Kinderchor, habe Klavier gespielt, mir dann irgendwann meine Mixtapes aus dem Radio aufgenommen und schließlich meine ersten Schallplatten gekauft… Nach und nach entstand der Sound meines Lebens, der mich geprägt hat und der immer wieder durch neue Lieder und Klänge erweitert wird. Aber welche Lieder sind das genau? Es ist richtig spannend, einmal wie ein Forscher in die eigene Vergangenheit zurückzugehen und zu überlegen, welcher Song in welcher Lebensphase prägend war und dies aufzuschreiben bzw. sich eine Playlist z.B. auf Spotify oder Youtube zu erstellen. Alles was wir je gesehen, gerochen, geschmeckt, gefühlt und gehört haben, macht uns zu den Menschen, die wir sind und fließt in das ein, was wir kreieren… Wie klingt die Playlist deines Lebens, welches Lied trägt dich gerade durch den Tag?

Inspirationen für das neue Jahr!

  Die Feiertage sind vorbei und das gerade neu begonnene Jahr liegt nun voller Möglichkeiten vor uns! Bei vielen Spaziergängen und Wanderungen am Genfer See und in den Schweizer Bergen habe ich zwischen den Jahren neue Kraft und viele Ideen gesammelt. Außerdem kam mir dabei mein Wort für 2016 in den Sinn: „connect“ im Sinne von „verbinden“ und „vernetzen“! Dabei habe ich sicher auch an mein schönes Ladenatelier gedacht… Mit einfachen Techniken mit den eigenen Händen in einer kleinen Gruppe schöne Dinge zu erschaffen, das inspiriert, verbindet und macht einfach Freude. Für den Januar gibt es daher gleich zwei Termine für die „Bilderwerkstatt“ und einen für die „Inspirationscollage“! Hier geht es zu den genauen Kursbeschreibungen und Terminen: http://beatrixrautenberg.de/bilderwerkstatt-gestalte-aus-deinen-photos-kleine-kunstwerke-aus-buettenpapier-und-holz/ http://beatrixrautenberg.de/deine-inspirationscollage-kurs-fuer-max-4-personen/ Für alle Kurse gibt es wie immer nur jeweils vier Plätze! Am 22. Februar beginnt außerdem bereits die zweite Runde des Onlineskurses„PhotoZen – Bilder für die Seele“ mit Anregungen für kontemplative Fotospaziergänge und vielen Kreativ- und Fotoübungen. Zusätzlich gibt es nun auch eine PhotoZen-Facebookgruppe für alle, die sich mit den anderen Fotofreunden (auch aus dem ersten …

Colour Flow – Mal dir deine eigene Wohnzimmerkunst!

Gestern habe ich mich sehr über eine ganz besondere Mail gefreut! Lena Brammer, eine junge sympathische Frau, die im Sommer mein Colour Flow-Paket gebucht hatte, sendete mir ein Foto von ihren ganz persönlichen Kunstwerken! Die drei wunderbaren Mixed-Media-Bilder sind zwar in meinem Atelier entstanden, wurden aber allesamt vom ersten Farbspritzer bis zum letzten Pinselstrich von Lena selbst gestaltet und nun hängen sie über ihrem Sofa im Wohnzimmer! In entspannter Atmosphäre sind aus Collageelementen und Acrylfarben Schicht für Schicht drei sehr harmonische Bilder hervorgegangen, die Zeit haben durften sich zu entfalten. Es hat so viel Freude gemacht, diesen Prozess begleiten zu dürfen, in dem ich Lena einfache Techniken vermittelt, hin und wieder sanft gelenkt und ihr vor allem Raum für intuitives Malen gelassen habe. Wir sind so oft kopfgesteuert und bewerten viel zu sehr, was wir tun, so dass es gut tut, einmal einfach so zu malen und zu sehen, was sich dabei entwickelt. Mit Farben und Collagen zu spielen macht richtig Spaß und es entstehen immer wieder tolle, ganz individuelle Bilder! Du hast noch nie frei …

Kreativ-kontemplative Blumenphotographie – Meine sieben persönlichen Tipps für schönere Blumenphotos

Ist es nicht langweilig, immer wieder Blumen zu photographieren? Ist es nicht zu banal, gar kitschig, Aufnahmen von einer schönen Rose zu machen? Sind Blumen in echt nicht viel schöner als auf jedem Photo? Ja, all das kann stimmen, wenn man Blumen unbedacht knipst oder auch versucht, klassische Blumenbilder (der perfekte üppige Strauß in einer schönen Vase…) nachzustellen und dabei einfach nur klischeehafte langweilige Bilder erzeugt. Die Blumenphotographie kann aber auch ganz anders sein: kontemplativ, kreativ und sinnlich. Sie eröffnet Möglichkeiten, ganz bewusst zu sehen und sich auf ein wundervoll vielfältiges Spiel mit Formen, Farben und Texturen einzulassen. Hier sind meine sieben persönlichen Tipps für eine kontemplativ-kreative Blumenphotographie: 1. Lass dir Zeit! Betrachte deine Blumen ganz genau. Was ist daran das Besondere? Die Farben? Die Texturen? Die Form der Blätter? Wenn du einen ganzen Strauß vor dir stehen hast, dann versuche ihn aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und trau dich auch, ihn auseinanderzunehmen und nur einzelne Blumen daraus zu photographieren. 2. Gehe näher ran! Natürlich kann es auch toll aussehen den ganzen Strauß zu photographieren, …