Alle Artikel mit dem Schlagwort: Fotografie

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Morgenrituale für die Seele

„Every morning we are born again. What we do today is what matters most.“ – Buddha Warum sollte man täglich freiwillig um 5:30 Uhr aufstehen, wenn man noch eine Stunde weiterschlafen könnte und eigentlich ein Nachtmensch ist? Weil man so eine „heilige“ Stunde für sich ganz allein gewinnt, in der alles noch still, unverbraucht und ein bisschen magisch ist. Seit einiger Zeit gönne ich mir diese “Holy Hour” (inspiriert vom 5am Club des Autors Robin Sharma) und verbinde darin mehrere Rituale, die mir Fokus, Energie und Inspiration für den Tag geben. Die erste halbe Stunde wache ich zu meditativer Musik langsam auf und fange an mich zu dehnen. Nach und nach bewege ich mich intensiver und meist tanze ich, um meinen Kreislauf richtig in Schwung zu bekommen. Die Rollläden sind dabei natürlich oben und ich lasse kurz auch frische Luft hinein. Die zweite Hälfte der Stunde gehört dem Journaling. Ich habe ein großes A3-Skizzenheft, mein Blossoming Book, und dort schreibe und doodle ich hinein, was mir gerade durch den Kopf geht. Manchmal sind es Affirmationen oder …

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Lichtblicke

„There is a crack, a crack in everything That’s how the light gets in.“ – Leonard Cohen Es gibt Momente, in denen ich das Gefühl habe, mein Leben würde nur aus lauter Rissen und Brüchen bestehen. Alles ist so chaotisch, improvisiert, kaputt und irgendwie zusammengeschustert. Da überfordert mich alles, ist alles zu laut und zu anstrengend. Und dann plötzlich ist da wieder Licht, das durch diese Risse scheint – z.B. Freunde, die nicht werten, sondern mich wirklich sehen und mit mir den chaotischen Alltag leben. Wir kochen uns gemeinsam ein gutes Abendessen, trinken Wein oder Wasser, reden und lachen gemeinsam. Das Schwere weicht und Leichtigkeit strömt in mein Leben hinein. Es gibt Momente, in denen ich mich völlig uninspiriert fühle und denke, ich müsste alles anders machen. Mehr machen, es besser machen. Dann versuche ich, etwas zu erzwingen, photographiere etwas, das mir nichts bedeutet, bin unzufrieden. Schließlich gehe ich durch den schweren Vorhang, der den Hinter- vom Vorderraum des Ateliers trennt und koche mir enttäuscht erst einmal eine Tasse Tee. Doch beim Zurückgehen sehe ich, wie das Licht …

L'intuition

Vive la liberté

Dieses Gefühl begleitet mich schon seit Jahrzehnten: Ich bin irgendwie nicht richtig. Mein Blick betrachtet mich selbst von außen und bewertet und vergleicht. Wie siehst du aus, was redest du, wie verhältst du dich, was hast du zu bieten? Auch wenn diese Selbstzweifel im Laufe der Jahre weniger geworden sind, so ist es doch immer noch so, dass es Bereiche gibt, in denen ich mich besonders nach Anerkennung und Akzeptanz sehne. Einer davon ist sicherlich meine Kunst. Darf ich das überhaupt so nennen, ist das Kunst? So fangen meine Stimmen in mir an zu sprechen. Und doch, seit einiger Zeit merke ich besonders deutlich, dass mich das nicht weiterbringt und ich meinen Weg einfach nur für mich in die Richtung weitergehen möchte, in die es mich gerade lenkt. Ich gestalte Bilder nicht, um auf Facebook Likes zu bekommen und sie laufen auch nicht einem kommerziellen Erfolg hinterher. Meine Bilder entstehen von Innen heraus und nach einer längeren Phase des Stillstandes suche ich neue Wege. Daraus erwachsen gerade Mixed-Media-Photographien, die esoterisch, vielleicht kitschig wirken können. Die …

Sommerpfirsich

Wann warst du wirklich lebendig?

Als mein Sohn anderthalb Jahre alt war, besuchte ich das erste Mal seit seiner Geburt einen Kurs. Zwei Tage Papierschöpfen im ÖBZ in München, das war für mich ein Ereignis, denn bis dahin hatte ich meinen Kleinen immer nur kurz mit seinem Papa allein gelassen. Dieses Wochenende bleibt für mich unvergesslich: Es war Herbst, die Sonne schien und der Kurs fand größtenteils an der frischen Luft auf dem schönen ÖBZ-Gelände statt. Ich lernte etwas völlig Neues und konnte ganz frei herumexperimentieren. An beiden Abenden nach dem Workshop war ich wie euphorisch: Ich fühlte mich so lebendig und glücklich wie schon lange nicht mehr. Was ist es, was dich lebendig fühlen lässt? Ist es der Sport, die Musik, der Tanz, das Fahrradfahren, die Gartenarbeit, die Photographie? An welches Ereignis, welchen Moment, kannst du dich erinnern, an dem du dich in deinem Leben wirklich glücklich gefühlt hast, völlig im Flow warst? Wir alle neigen dazu, im Alltag festzustecken und zu vergessen, was uns wirklich gut tut. Doch diese besonderen Momente sind nicht von unserer Festplatte zu löschen und manchmal …

Red Summer Lights

Crazy Creative Pink Magic – Ein ganz besonderes PhotoZen-Wochenende

Kurz nachdem ich den Termin für meinen PhotoZen-Kurs im Juni bekannt gegeben hatte, da war schon die erste Anmeldung da und nur wenig später folgte die zweite. Danach kam NICHTS… Zunächst war ich enttäuscht, in meinem privaten, zur Zeit besonders chaotischen Alltag blieb aber wenig Raum, sich darüber Gedanken zu machen – „es kommt schon noch“, dachte ich, schrieb eine Atelierpost und gab den Kurs noch einmal auf FB bekannt. Doch es kam nichts mehr und irgendwann dachte ich nach und wusste plötzlich, dass die Runde, so wie sie war, einfach schon vollständig war. Ohne dass ich die beiden Teilnehmerinnen wirklich kannte, ahnte ich doch, dass beide mit ihren Geschichten und Interessen sich perfekt ergänzen könnten… Am ersten Kurstag bestätigte sich dieses Gefühl sofort. Was für zwei Powerfrauen, im absolut positiven Wortsinn!  Zwischen Jeanette, Sabina und mir entstand eine starke unmittelbare Verbindung, die uns alle dazu brachte, uns gegenseitig bis ins Innerste „zu sehen“ und uns sehr viele große Aha-Momente bescherte. Meine beiden crazy creative pink magic ladies – am zweiten Tag harmonierten sie sogar …

Oktoberfest

Himmelsbilder

Immer wieder richtet sich mein Blick in die Höhe, in die Wolken, in den Himmel… Gerade bei den letzten beiden Oktoberfesten, die ich besucht habe, sind viele Himmelsbilder entstanden. Sie wirken, als wären die ganzen Fahrgeschäfte und Buden in einer eher unwirtlichen, menschenleeren Gegend aufgenommen, vielleicht irgendwo in einer der Wüstengegenden Amerikas. Warum entscheide ich mich für diese Perspektive und richte meinen Blick z.B. nicht auf die Menschenmassen, die sicherlich auch für einige skurrile Aufnahmen geeignet wären? Was lenkt meinen Blick, wie entscheide ich, was ich photographiere und was nicht? Beim Betrachten meiner Bilder, habe ich an zwei meiner früheren Lieblingsfilme denken müssen: „Arizona Dream“ und „Gas Food Lodging“. Beide Filme habe ich schon lange nicht mehr gesehen, aber sie haben mich vor allem durch ihre besondere Atmosphäre stark geprägt. Sie sind in einsamen Wüstenkäffern der USA angesiedelt und auch ihre Protagonisten sind einsame, suchende Menschen. Dennoch sind diese Filme nicht hoffnungslos sondern vor allem sehnsuchtsvoll. Ihre meist jungen Hauptdarsteller sind auf der Suche nach Seelenverwandtschaft und einem größeren Lebenssinn inmitten der Perspektivlosigkeit ihrer Umwelt. …